Bodensee-Schiffsbetriebe mit dem „Innovationspreis Binnenschifffahrt 2026“ ausgezeichnet
Von
links: Roland Hamata (Allianz Esa), Annika Beyer (SUT), Christoph Witte (BSB),
Dr. Maximilian T. Fischer (Universität Konstanz), Peter Kleinort
(Binnenschifffahrt) (Bild: Wunderland Kalkar)
Elektromobilität gepaart mit KI-assistierten Komponenten: In diesem Jahr erhalten die
Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) den „Innovationspreis Binnenschifffahrt 2026“ für die Entwicklung
eines KI-gestützten Assistenzsystems zum energieeffizienten Schiffsbetrieb. Der Preis wird jährlich
von der Allianz Esa in Kooperation mit den Fachzeitschriften „Binnenschifffahrt“ und „Schifffahrt
und Technik“ (SUT) auf der Messe Shipping-Technics-Logistics (STL) in Kalkar vergeben.
Auch ein vollelektrisches Fahrgastschiff lässt sich noch effizienter betreiben. Wie das gelingen
kann, zeigen die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) mit einem KI-gestützten Assistenzsystem auf der
„MS Insel Mainau“. Die neue Technologie ermöglicht eine präzisere und ressourcenschonende
Routenplanung, erhöht die Sicherheit und Effizienz im Schiffsbetrieb und entlastet die
Schiffsführung bei gleichzeitiger Wahrung der Entscheidungsverantwortung. Für diesen neuartigen
Ansatz hat die Allianz Esa die BSB nun mit dem „Innovationspreis Binnenschifffahrt 2026“
ausgezeichnet.
„Die Bodensee-Schiffsbetriebe zeigen, dass die Antriebswende nicht mit dem Einbau von
Elektromotoren endet. Entscheidend ist auch, die verfügbare Energie und den technologischen
Fortschritt im täglichen Betrieb möglichst effizient einzusetzen. Genau hier setzt das Projekt an und
verbindet Digitalisierung, KI und Elektromobilität mit einem klaren praktischen Nutzen. Diese
Innovationskraft möchten wir mit unserem Preis, der nun bereits zum 14. Mal an herausragende
Leistungen in der Binnenschifffahrt verliehen wird, würdigen“, begründet Roland Hamata,
Geschäftsführer der Allianz Esa EuroShip, die Entscheidung.
Die Entwicklung des digitalen Assistenzsystems erfolgte im Rahmen des Smart-Green-City
Projekts „Ökonomisches Assistenzsystem für die Bodenseeschifffahrt“ der Stadt Konstanz. Das
Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ durch das
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gefördert. Projektpartner
sind die Bodensee-Schiffsbetriebe, die Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung
(HTWG) sowie die Universität Konstanz.
Herzstück des Systems ist ein digitaler Zwilling: Ein mathematisches, datenbasiertes Modell bildet
das Verhalten des Schiffes ab und berechnet unter Berücksichtigung von Wind und Strömung einen
möglichst energieeffizienten Kurs sowie das passende Geschwindigkeitsprofil. Über ein im
Steuerhaus installiertes Tablet erhält der Schiffsführer in Echtzeit eine konkrete Empfehlung für das
jeweilige Manöver. Die Steuerung des Schiffes bleibt dabei vollständig in seiner Hand. „Mit der ‚MS
Insel Mainau‘ haben wir bereits gezeigt, wie Elektromobilität auf dem Wasser funktionieren kann.
Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und schauen darauf, wie wir das vorhandene Potenzial noch
effizienter nutzen können. Dass die Allianz Esa diesen Ansatz auszeichnet, freut uns sehr und
bestärkt uns darin, neue Technologien konsequent im realen Betrieb zu erproben“, sagt Christoph
Witte, Geschäftsführer der Bodensee-Schiffsbetriebe.
„Unser Ziel ist es, komplexe Daten in konkrete und leicht nutzbare Empfehlungen für die
Schiffsführer zu übersetzen. Der reale Betrieb auf dem Bodensee bietet uns dafür ideale
Voraussetzungen. Gleichzeitig schaffen wir mit dem digitalen Zwilling eine technologische
Grundlage, die sich perspektivisch auch auf weitere Schiffe übertragen lässt“, ergänzt Dr.
Maximilian T. Fischer, Postdoctoral Research Fellow an der Universität Konstanz. „Eine hochwertige
Datengrundlage ist der Schlüssel zu leistungsfähigen KI-Systemen. In diesem Fall bildet eine
Datenbasis von rund 4,5 Million Datensätzen und 92 Sensoren das Fundament für präzise
Analysen, verlässliche Ergebnisse und intelligente Anwendungen“, erklärt Prof. Dr. Johannes Reuter,
wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Systemdynamik der Hochschule Konstanz Technik,
Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), die Bedeutung der zugrunde liegenden, qualitativen
Datenbasis.
Die 2022 in Betrieb genommene „MS Insel Mainau“ ist eines von 14 Schiffen der BSB und verkehrt
vollelektrisch zwischen Mainau, Unteruhldingen und Meersburg. Ihre Batterie verfügt über eine
Kapazität von 960 kWh und ermöglicht eine Reichweite von rund 120 Kilometern. Mit Blick in die
Zukunft will die BSB das Assistenzsystem auf weitere Schiffe übertragen.
Die Preisverleihung fand am 22. September 2026 auf der Messe Shipping-Technics-Logistics (STL) in
Kalkar statt. Die Ehrung erfolgte in Kooperation mit den Fachzeitschriften „Schifffahrt und Technik“
sowie „Binnenschifffahrt“.
Technische Daten zur „MS Insel Mainau“
Bauzeit: Oktober 2021 bis Juli 2022 Indienststellung: September 2022
Design, Engineering & Bau: Werft Ostseestaal in Stralsund
Antriebsleistung/Batterieleistung: 2x 75 KW, ca. 960 kWh
Geschwindigkeit in der Linie: 15 km/h
Gesamtlänge: 30,0 m
Gesamtbreite: 8,4 m
Zulassung: 300 Personen
Über die Allianz Esa
1997 gegründet, ist die Allianz Esa der agile und erfahrene Spezialversicherer innerhalb der Allianz
Gruppe. Mit einem Fokus auf Transport, Logistik, Technische Versicherung, Gewerbliche Güter- und
Fahrgastschifffahrt auf Binnengewässern sowie Boots- und Yachtversicherungen bietet die Allianz
Esa individuelle und maßgeschneiderte Versicherungslösungen, die speziell auf die Bedürfnisse von
Kunden zugeschnitten sind. Die Allianz Esa reagiert flexibel auf Marktanforderungen und verbindet
tiefgehendes Fachwissen mit regionaler Nähe.